Leseprobe und Zitate
Ich danke für eine korrekte Zitierung:
Stöckli, P. (2026). Autismus, Trauma und Bindung - neue Wege
zu Regulation und Verbindung. Stuttgart: Kohlhammer.
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In dem Moment, in dem man aufhört, sich gegen eine Eigenheit
zu wehren und diese als gegeben anerkennt, kann
Integration und Veränderung stattfinden.
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Stress und Trauma unterbrechen die Verbindung, den Fluss und
die Integration und behindern damit Orientierung,
Selbstkonzept und Selbstregulation.
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Der Mangel an Orientierung und Sicherheit ist einer
der Gründe für das konstante Gefühl der Bedrohung,
unter dem so viele autistische Menschen leiden.
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Viele autismustypische Symptome können als direkte oder indirekte
Folgen von Stress und Dysregulation betrachtet werden.
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Trauma invites detachment while safety invites attachment.
(Trauma isoliert, während Sicherheit verbindet.)
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Viele Menschen mit Autismus tragen auch eine Form von
Bindungstrauma in sich. Diese untergräbt nicht nur ihre Hoffnung
auf gelingende soziale Kontakte und prägt so die Bindungsmuster,
sondern mindert auch die Lebendigkeit und Verbundenheit
mit sich und der Welt.
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Wenn Trauma charakterisiert ist durch Rigidität und den Verlust von Verbindung,
dann bedeutet Integration Kontakt verschiedener Elemente zueinander
und die Verbindung zu einem neuen, flexibleren Ganzen.
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Die Gehirnstrukturen autistischer Kinder sind geprägt durch
die typischen Traumareaktionen des Hyper- und Hypoarousals
und erzählen eine Geschichte großer Angsterfahrungen.
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Einstimmung fördert die innere Kohärenz und das Gefühl,
mit sich und dem Gegenüber im Einklang zu sein.
Autistische Menschen erleben oft das Gegenteil:
äußere Fehleinstimmungen, innere Dissonanz,
Abspaltung und anhaltende Spannungen.
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Einstimmung ist essenziell für Kleinkinder in Bezug auf Regulation, Verstanden-Werden
und Identitätsentwicklung. Sie trägt dazu bei, eine sichere emotionale Bindung
aufzubauen und sich einer Person gegenüber zu öffnen. Verstanden zu werden bewirkt
meist auch eine Beruhigung und Öffnung des Organismus. Die schützende
Abwehrhaltung entspannt sich, und es entsteht langsam Vertrauen, dass man
verstanden und akzeptiert wird, so wie man ist
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Resonanz und Empathie sind wichtige Voraussetzungen für gelingenden Sozialkontakt.
Denn eine gute, ausgeglichene Beziehung beruht auf Gegenseitigkeit und Reziprozität,
auf freundlicher Zugewandtheit, Interesse und einem ausgeglichenen Verhältnis von
Geben und Nehmen. Wer wenig Schwingungsfähigkeit und Bezug zum eigenen Körper
hat, wird auch wenig mit anderen Menschen mitschwingen können.
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Es braucht eigene Resonanz, um mit anderen in Resonanz gehen zu können. Was nicht
schwingt, kann auch nicht mitschwingen. Aus diesem Grund sind Gitarren aus Holz und
nicht aus Beton. Denn die Saiten bringen das Holz in Schwingung, und dieses verstärkt
den Ton der Saiten und lässt diese freier vibrieren. Es findet also eine gegenseitige
Beeinflussung statt. Genauso verhält es sich mit Menschen: Ein Mensch, der in guter
Stimmung ist und auf andere zugeht, wird in den meisten Fällen bei diesen ebenfalls
positive Gefühle auslösen. Umgekehrt verhält es sich mit jemandem, der unhöflich oder
missmutig ist. Man spricht auch davon, dass Stimmungen ansteckend sein können. Der
Körper ist unser Resonanzsystem, und die Schwingungsfähigkeit macht die
Lebendigkeit und Vitalität einer Person aus. Autistische Menschen, die in rigiden
Verhaltens-, Denk- und Haltungsmustern gefangen sind, haben oft den eigenen Körper
als Bezugs- und Orientierungspunkt verloren.
psychotherapeutische Praxis
Dr. Phil. Philippe Stöckli
© Philippe Stöckli
Zürich, Schweiz
psycho-therapeut.ch
AUTISMUS, TRAUMA UND BINDUNG
Neue Wege zu Regulation und Verbindung Dr. phil. Philippe Stöckli